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13.04.2017

Ein Streifzug durch die Geschichte des Kirchenbaus an Beispielen aus der Diözese

Foto: Rostyslav Myrosh

(fs) Im Rahmen der diesjährigen Werkwoche zum Thema „Der Kirchenraum und die rituellen Handlungen der Eucharistiefeier in Ost und West“ machte sich am 6. April 2017 eine Gruppe Studenten des Collegium Orientale auf den Weg in die Diözese, um anhand von Kirchenbauten aus unterschiedlichen Zeiten und zum Teil auch verschiedener christlicher Konfessionen ihr Wissen über die mannigfaltigen Stile des Baus sakraler Räume sowie deren Anpassung an die gottesdienstliche Praxis zu vertiefen. Die Führung übernahm Bischofsvikar Georg Härteis zusammen mit Kral Frey, dem ehemaligen Leitenden Baudirektor des Bistums.

Dabei verdeutlichte dieser Ausflug auf eindrucksvolle Weise, auf welch geschichtsträchtigem Boden wir uns in Eichstätt und seiner Umgebung befinden, denn wir begegneten auf unserem Streifzug durch die Geschichte steingewordenen Zeugen angefangen von der Zeit der Karolinger bis zum heutigen Tag. Als erstes besuchten wir das Münster von Heilsbronn, das 1132 als Kirche des Zisterzienserordens gebaut, nach der Reformation aber lutherisch wurde. Hier konnten wir die Merkmale romanischer und gotischer Kunst betrachten.

Von Heilsbronn führte uns der Weg nach Dietenhofen. Zwar ist die räumliche Entfernung beider Orte nicht allzu groß, dafür war der zeitliche Wechsel, den wir in unserer Führung machten umso größer, denn die Kirche St. Bonifatius wurde im Jahr 2009 eingeweiht und ist damit der neueste und modernste Kirchenbau der Diözese. Nach kenntnisreichen und tiefgehenden Erklärungen sowohl über die Baugeschichte als auch über die Symbolik des Sakralraumes beteten wir dort die Sechste Stunde: Die Akustik der positiv beeindruckenden Kirche wurde durch unseren Gesang auf die Probe gestellt und konnte sie bestens bestehen.

Nach dem Mittagessen besichtigten wir mit dem Deutschordensschloss in Ellingen ein bedeutendes Beispiel barocker Architektur. Im Anschluss daran begaben wir uns in die mittelalterliche Stadt Weißenburg, wo wir mit der St. Andreas Kirche sowohl ein Beispiel gotischer Architektur kennenlernten, uns aber auch anhand des berühmten Konfessionsbildes mit der Kirchenspaltung sowie den theologischen Unterschieden zwischen Katholiken und Protestanten auseinandersetzten.

Als letztes Etappenziel erreichten wir am späten Nachmittag die Sola-Basilika in Solnhofen. Anhand der Ausgrabungen, die bei der Grabstätte des hl. Sola (+ 794) durchgeführt wurden, konnten wir verschiedene Bauelemente der Entstehung der Basilika seit der Mitte des 7. Jahrhunderts nachvollziehen. Die direkt daneben liegende St. Veith-Kirche bot einen Einblick in die genuine Ausstattung einer typisch evangelischen Kirche, denn diese wurde nach der Reformation nicht sozusagen von den Katholiken übernommen, sondern von den Protestanten selbst erbaut.

Wir bedanken uns sehr herzlich bei unseren beiden Experten Bischofsvikar Härteis und ehem. Ltd. Baudirektor Frey für die ausgezeichneten und profunden Führungen. Mit ihrer Hilfe wurde das Ziel der Werkwoche, die unterschiedlichen Baustile in Ost aber vor allem auch in West kennenzulernen, vollumfänglich erreicht. Zugleich bot diese kleine Exkursion die Gelegenheit, die Gegend um Eichstätt sowie die mit der Region verbundene Geschichte zu entdecken.

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