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05.03.2019

„Beten mit den Mönchsvätern“. Oriens-Occidens-Einkehrtage zur Fastenzeit (1. – 4. März 2019)

Foto: Rostyslav Myrosh

(Dr. Larissa Kowal-Wolk) „Meine größten Probleme sind meine größten Chancen!“ – Dieser provokante Satz war nur eine der Erkenntnisse, die im Zusammenhang mit dem Thema „Beten mit den Mönchsvätern“ genannt wurde. Archimandrit Dr. Thiermeyer, Referent und Zelebrant der diesjährigen Einkehrtage von Oriens-Occidens e.V. zur Fastenzeit im Collegium Orientale, führte im ersten Referat zunächst behutsam mit einem kurzen geschichtlichen Überblick in das Phänomen der Mönchsväter ein, um dann in den weiteren Vorträgen ihr Denken, ihren Glauben und Spiritualität detailliert zu beleuchten. Wie haben sie gebetet? „Ora et labora“ – gehört die Arbeit zwingend zum Gebet dazu? Wie können wir selbst von einem mechanischen Beten zu einem inneren Beten gelangen? Jeder der Teilnehmer hatte schon einmal vom „Jesus-Gebet“ gehört. Aber wie geht man es an? Welche Wege und Chancen eröffnen sich uns beim Gebet? - Nicht nur zur Vorbereitung auf die Fastenzeit versucht ein jeder dann und wann, mit der Realität konfrontiert, sein Inneres neu zu sortieren. Die Spiritualität der Mönche überspringt die menschliche Realität nicht. „Dort, wo wir unserer Ohnmacht begegnen, sind wir offen für Gott“, war ein weiterer wichtiger Schlüsselsatz. Archimandrit Dr. Thiermeyer gab schließlich auch ganz konkrete Hinweise und praktische Vorschläge, wie man sich einem bewussten, aufrichtigen Gebet nähern kann.

Von den Gottesdiensten, die in diesen Einkehrtagen gemeinsam mit den Kollegiaten gefeiert  wurden, stach die Vesper am Sonntagabend durch den Versöhnungsritus besonders hervor. Dieser spezielle Ritus möchte zu Beginn der Fastenzeit alle Anwesenden anleiten, sich die eigene Sündhaftigkeit bewusst zu machen und den anderen um Vergebung zu bitten; die persönliche Begegnung der Anwesenden unterstreicht das Geschehen. Zum ersten Mal im Kirchenjahr erklingen in dieser besonderen Vesper die Osterstichiren, die in ihren Worten, aber auch im eigentümlichen melodischen Timbre, das Leiden und Sterben Christi, das Geheimnis und die Tragweite des Osterfestes bereits andeuten.

Die Tage waren erfüllt von neuen Gedanken, Gebeten, Überlegungen und Begegnungen. Man ging gemeinsam spazieren, man traf sich bei den Mahlzeiten, man besuchte die wunderbaren Kirchen von Eichstätt. Viele Fragen taten sich auf. Abends, in der Bar Jona, war noch Gelegenheit sich zu treffen und sich im lockeren Gespräch auszutauschen über das, was den Einzelnen so beschäftigte – und das waren natürlich unter anderem auch die aktuellen Themen, mit denen sich die Kirche derzeit beschäftigen muss.

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