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04.02.2018

Gastvortrag von Dr. Elie Dannaoui über das Reisetagebuch des Patriarchen Makarius III. (17. Jh.)

Foto: Rostyslav Myrosh

(fs) Anlässlich der Kooperation der „Forschungsstelle Christlicher Orient“ der KU Eichstätt-Ingolstadt und der griechisch-orthodoxen Universität von Balamand (Libanon) hielt Dr. Elie Dannaoui am 1. Februar 2018 in Zusammenarbeit mit dem Collegium Orientale einen Gastvortrag über das Reisetagebuch des Patriarchen Makarius III. im Jesuitenrefektorium des Bischöflichen Priesterseminars.

Rektor Dr. Oleksandr Petrynko begrüßte zu Beginn alle Anwesenden und brachte zum Ausdruck, dass das Collegium Orientale sich über die gute Zusammenarbeit mit der Forschungsstelle Christlicher Orient freue, zumal das Thema des Vortrags, welcher sich auf die Reise des Patriarchen durch die Ukraine konzentrierte, für viele der Anwesenden von besonderem Interesse war. Prof. Dr. Heinz-Otto Luthe, der stellvertretende Direktor der Forschungsstelle, stellte sodann den Referenten vor, indem er zugleich die besondere Rolle der Reiseliteratur betonte.

Dr. Dannaoui begann seinen Vortrag mit den Biographien des Patriarchen Makarius III. der griechisch-orthodoxen Kirche von Antiochien und seines Sohnes Paul von Aleppo, aus dessen Feder der vorgestellte Reisebericht stammt. Das Rätsel um die Frage nach dem Sohn eines Patriarchen wurde gleich zu Beginn aufgelöst, indem der Referent über Makarius ausführte, dass er als verheirateter Priester früh verwitwete, ehe er sodann zu höheren kirchlichen Ehren gelangte. Dr. Dannaoui erläuterte danach die handschriftliche Überlieferung des in arabischer Sprache verfassten Reiseberichts und seine Inhalte. Der Bericht umfasst dabei die Beschreibung einer siebenjährigen Reise (1652–1659) durch verschiedene Länder Osteuropas, die dem Ziel diente, Spendengelder in Russland für das in osmanischer Zeit aufgrund der hohen Steuerlast arg gebeutelte antiochenische Patriarchat einzuwerben. Dieser Reisebericht besitzt insofern einen besonderen Wert, als er in Vielem die einzige Quelle zu zeitgenössischen Ereignissen darstellt. Nicht umsonst wurde ihm bereits vielfach in der Forschung Aufmerksamkeit zuteil. Von besonderem Interesse waren die Einzelausführungen anhand ausgewählter Textauszüge, welche sich auf Makarius’ Aufenthalt in der Ukraine, dem Kosakenland, bezogen und die rege Diskussion im Anschluss an den Vortrag. Der in französischer Sprache gehaltene Vortrag wurde von Herrn Andreas Ellwardt ins Deutsche übersetzt.

Im Anschluss an den Vortrag kamen viele der Anwesenden – die Mitglieder der Forschungsstelle, Hausleitung und Kollegiaten des Collegium Orientale sowie weitere Interessierte aus dem Auditorium – in der Hausbar des COr zu einem lebhaften Austausch zusammen.

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