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16.07.2019

Zwölfapostelfest 2019 mit Einweihung des Akathistos-Ikonenzyklus durch Vladyka Kyr Dr. Atanáz Orosz, Bischof Dr. Gregor Maria Hanke und Gedenken an den Akathistos-Forscher Eberhard M. Zumbroich

Foto: Rostyslav Myrosh

(mp) Am Freitag, den 5. Juli fand das diesjährige Zwölfapostelfest des Collegium Orientale im Beisein zahlreicher Festgäste mit der Einweihung des Akathistos-Ikonenzyklus durch Vladyka Dr. Atanáz Orosz, ungarisch griechisch-katholischer Bischof von Miskolc statt und Diözesanbischof Dr. Gregor-Maria Hanke OSB statt. Der Festakt begann um 16.30 h in der Schutzengelkirche, wo der feierliche Akathistos zelebriert, dem Bischof Atanáz vorstand. Vizerektor Proházka und Spiritual Kachala sangen abwechselnd die 24 Ikoi und Kondakien, unser Seminarchor und die Gemeinde antworteten mit den „Chairetismoi“ (Sei gegrüßt), den Anrufungen an die Gottesmutter. Daran schloss sich eine feierliche Prozession in den neugestalteten Akathistosgang vor unserem Refektorium an, wo das letzte Viertel des Hymnos Akathistos nach der Version von Eberhard Maria Zumbroich gesungen wurde. Danach weihten Vladyka Dr. Atanáz Orosz und Bischof Dr. Gregor Maria Hanke OSB gemeinsam die 24 von einem Team des ungarischen Ikonenmalers Tamas Seres geschaffenen und von verschiedenen Wohltätern des Hauses gestifteten Ikonen. Im Anschluss begann der öffentliche Festakt im Jesuitenrefektorium mit einer originellen Begrüßung der Festgäste durch Rektor Dr. Petrynko, der diese im Stil des Hymnus Akathistos vornahm. Im Anschluss berichtete die Witwe von Eberhard Maria Zumbroich über die Genese der Übersetzung des Hymnus durch ihren Gatten, den berühmten deutschen Akathistos-Forscher. Schon 1967 hatte Eberhard Maria Zumbroich (1933–2014) ein Gelübde abgelegt, diesen bedeutendste byzantinischen Großhymnus nach alten griechischen Quellen neu ins Deutsche zu übertragen und zum Singen einzurichten. Dies führte 1971 zur Gründung des „Ton-Archivs zum Byzantinisch-Ostkirchlichen Ritus TABOR“ und 1978 zur Stiftung der Verklärung-Christi-Kapelle im württembergischen Gaildorf. Im anschließenden Festvortrag ging Archimandrit Prof. Dr. Michael Schneider SJ, ein ausgewiesener Kenner des „Ältesten Lobgesangs auf die Gottesmutter“, zunächst auf die theologische, liturgische und kosmologische Aussage des Hymnus ein. Er schloss seine für alle interessanten Ausführungen mit den Worten: „In der Rückschau auf unsere Überlegungen wird einsichtig, warum der Hymnos Akathistos die heilsgeschichtlichen wie auch die kosmischen Symbole des Alten Bundes in gleicher Weise auf die Neuschöpfung in Christus anwendet. Was im Anfang der Schöpfung grundgelegt und in der Geschichte des erwählten Volkes verheißen war, davon sagt der Johannesprolog (Jo 1,1-18), dass die Welt es nicht erkannte; doch im Ja der Gottesmutter wurde es erkannt, so ist sie in der Tat der Anfang einer neuen Schöpfung und die Kirche im Ursprung; zu Beginn der neuen Schöpfung sprach sie ihr Jawort als Repräsentantin des Gottesvolkes und der Kirche. Kommen wir zum Schluss: Wie wir gesehen haben, liegen der Darstellung des Hymnos Akathistos im Collegium Orientale die heilsgeschichtlichen und kosmischen Grundaussagen der ostkirchlichen Theologie zugrunde. Deren ikonographische Ausgestaltung auf den einzelnen Ikonen wie auch in den inhaltsträchtigen heilsgeschichtlichen und kosmischen Symbolen ist fürwahr ein kleines Meisterwerk, das dem theologischen Anspruch gerecht wird, dem das Willibaldinum und das Collegium Orientale in der Ausbildung von Seminaristen aus 15 Nationen entsprechen möchten.“

Das diesjährige Zwölfapostelfest klingt mit einem festlichen Empfang im Atrium des Bischöflichen Seminars aus.

Bildergalerien:

05.07.2019. Akathistos-Fest im COr - 1

05.07.2019. Akathistos-Fest im COr - 2

05.07.2019. Akathistos-Fest im COr - 3