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21.07.2017

Byzantinische Gottesdienste für Seine Eminenz Joachim Kardinal Meisner im COr

Foto: Rostyslav Myrosh

(op) Seine Eminenz Joachim Kardinal Meisner, ein bedeutender Hierarch der katholischen Kirche Deutschlands und zugleich ein Freund und Förderer der Ostkirchen, ist am Mittwoch, den 5. Juli 2017 im gesegneten hohen Alter von 83 Jahren friedlich im Herrn entschlafen.

Am Mittwochabend, 19.07.2017 um 18.00 Uhr beteten wir im Collegium Orientale den Nekrosimos, das byzantinische Totengedenken, für Seine Eminenz, den Diener Gottes Kardinal Joachim, und feierten am Donnerstagmorgen, 20.07.2017 um 6.45 Uhr die Göttliche Liturgie zu seinem Gedenken. Hauptzelebrant war Archimandrit Professor Dr. Michael Schneider SJ (St. Georgen / Frankfurt), der vor dem Nekrosimos auch einen Nachruf auf Seine Eminenz dankenswerterweise hielt. Von den einzelnen Lebensstationen ausgehend legte Vater Archimandrit Michael in seinem Nekrolog besonders auf den priesterlichen Berufungsweg des Kardinals den Akzent. Auf eine beeindruckende Weise und auf die Situation der internationalen Seminaristen und Priester unseres Kollegs zugeschnitten, führte er unsere Gemeinschaft in die geistige und geistliche Welt des verstorbenen Hierarchen ein. Zu den wichtigsten Erfahrungen und Merkmalen des priesterlichen Lebens und Wirkens Seiner Eminenz gehörten unter anderem:

- der geistliche Weg ist möglich unter verschiedenen äußeren Umständen und Staatsformen; der Kardinal ging diesen Weg unter drei staatgesellschaftlichen Systemen: das zwölfjährige Reich des Nazionalsozialismus, 44 Jahre Kommunismus und schließlich über 20 Jahre freiheitliche Demokratie;

- das Schätzen der Frömmigkeit der eigenen Vorfahren und der einfachen Menschen: das Vorbild für den Kardinal war dabei die eigene Mutter;

- Freund Christi sein in täglicher Betrachtung der Heiligen Schrift und im Gebet: "Die Zeit des Gebetes ist eigentlich die Hingabe unseres Lebens; und diese Zeit gebe ich Ihm zurück; und wenn ich das Kostbarste meines Lebens schenken will, dann ist das die Zeit", so der Kardinal;

- für die anvertrauten Menschen beten und sie aus diesem Gebet heraus segnen: unabhängig von den administrativen und akademischen Aufgaben soll ein Priester immer und vor allem Seelsorger sein;

- die Menschen immer lieben, und zwar in all ihren Lebenssituationen: aktiv bleiben im politischen und gesellschaftlichen Bereich und dabei den eigenen christlichen Überzeugungen immer treu bleiben;

- mit Maria verbunden sein: wie und mit Maria unter dem Kreuz stehen, das heißt, aufrichtig und treu zu Christus halten;

- mit Zuversicht in die Verheißungen Christi leben, an die geistlichen Aufgaben herangehen und auch dem Ende des irdischen Lebens entgegengehen: auf die Frage eines Journalisten, was er meine, dass Gott ihm bei der ersten Begegnung im Jenseits sagen würde, antwortete der Kardinal: "Der liebe Gott wird sagen: Ein Glück, dass du da bist!"

Da der Hochwürdigste Herr Kardinal Meisner ein großer Verehrer der Gottesmutter und Jungfrau Maria war, wurde im Rahmen der Göttlichen Liturgie die Segnung einer neuen Gottesmutterikone im Collegium Orientale "Maria, die Knotenlöserin" (geschrieben von Frau Elisabeth Rieder / Beilngries) liturgisch vollzogen.

Möge Seine Eminenz ruhen in Frieden – ewiges Gedenken!

(Es ist geplant, den Nachruf in einem der kommenden Ausgaben unserer Hauszeitschrift zu veröffentlichen).

Bildergalerien: 

19.07.2017. Nekrosimos für S.Em. Joachim Kard. Meisner.

20.07.2017. Göttl. Liturgie für S.Em. Joachim Kard. Meisner - Einweihung der Knotenlöserin.