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12.11.2018

„Ewiges Gedächtnis“ Dir, lieber Pater Robert!

Foto: Ihor Chernikhovskiy

(mp) Am 10. November feierten die Seminaristen des Collegium Orientale und des Collegium Willibaldinum gemeinsam die Hl. Liturgie in der Heilig-Geist-Kapelle unseres Collegiums. Erstmalig stand dieser Liturgie ein Angehöriger des Seminarkollegiums vor, es war der Spiritual Großarchimandrit Dr. Michael Schneider SJ, emeritierter Professor in St. Georgen/Frankfurt und biritueller Priester. Während der Liturgie und mit einer Pannychida am Ende des Gottesdienstes wurde des verstorbenen Liturgieprofessors Archimandrit Prof. Dr. Robert Taft gedacht. In seiner Kurzansprache zitierte P. Schneider einen bemerkenswerten Text von Robert Taft, den dieser für eine Festschrift verfasst hatte, der in gewissem Sinne das geistige Testament von P. Taft ist: „P. Mailleux bat den Engländer P. John H. Ryder S.J., welcher als erster Jesuit im byzantinischen Ritus geweiht worden war, mich in die Geheimnisse der liturgischen Sprache, ins Kirchenslawische einzuführen, während mein Studium der russischen Sprache und Literatur im Institut für Russische Studien an der Universität begann. Die wichtigste Sprache jedoch, die ich in jener Zeit intensiven Studiums erlernt hatte, war die Sprache des Ökumenismus, und mein Lehrer war kein Professor der Universität, sondern das lebendige Beispiel unseres Otez Pavel. Von ihm lernte ich, dass Ökumenismus nicht bloß eine Bewegung ist, sondern eine neue Art, Christ zu sein, und ebenso eine neue Art, ein Lernender zu sein. Diese ökumenische Einstellung bedeutet sehr viel mehr als ein objektives Wissen und geht weit darüber hinaus, bloß ehrlich und gerecht zu sein. Vielmehr bemüht man sich, unparteiisch vorzugehen und nicht bloß einer Sache zu dienen, sondern der Wahrheit, wo auch immer sich diese findet. Man müht sich, die Dinge aus dem Blickwinkel des anderen zu betrachten und die Kritik des anderen an der eigenen Kirche, an ihren geschichtlichen Fehlern und an ihren Schwächen ernst zu nehmen. Wie in den Exerzitien des Hl. Ignatius [Nr. 22] geht es bei einer echt ökumenischen Einstellung darum, die bestmögliche Interpretation dessen zu geben, was die anderen tun und sagen; man beleuchtet unparteiisch und kritisch die Schwächen der eigenen Kirche wie auch die der anderen. Kurz gesagt, man ist der unerbittliche Feind jeder Form von Frommtuerei, Unduldsamkeit, Unaufrichtigkeit, ungesunder Einseitigkeit und unangebrachten Vergleichen, ohne daß man das von der eigenen Kirche nicht verwirklichte Ideal der noch weniger idealen Realität einer anderen Kirche gegenüberstellt.“ Im Anschluss fand das gemeinsame Mittagessen im Refektorium des Collegium Orientale statt, bei dem auch der Regens des Priesterseminars von Regensburg, Martin Priller, mit einer Gruppe von Seminaristen anwesend war.

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