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08.11.2021

„Solange in Berlin nur einer meiner Gläubigen bleibt, bleibe auch ich hier und harre mit ihm aus“ - Tagung über den seligen Petro Werhun

Foto: Hennadii Aronovych

(ha) Am 6. und 7. November wurde die Tagung „Der selige Petro Werhun – Begründer der Seelsorge für die griechisch-katholischen Ukrainer in Deutschland“ in Berlin abgehalten. Sie fand im Gebäude der Ukrainischen Botschaft in der Bundesrepublik Deutschland statt. Das Collegium Orientale wurde durch Erzpriester Dr. Oleksandr Petrynko und einige Kollegiaten vertreten. Zunächst richtete der Botschafter Dr. Andriy Melnyk sein Grußwort an die Teilnehmer, in dem er auf die Bedeutung Werhuns als Bindeglied zwischen der Ukraine und Deutschland einging. An der Konferenz nahmen auch Erzbischof Dr. Nikola Eterović, Apostolischer Nuntius in der Bundesrepublik Deutschland, Erzbischof Dr. Heiner Koch, Erzbischof von Berlin und Bischof Dr. Bohdan Dzyurakh, Apostolischer Exarch in Deutschland und Skandinavien, teil, die sich an die Teilnehmer mit Begrüßungsworten wandten, in denen sie ebenfalls die Bedeutung des Seligen Petro Werhun für die griechisch-katholischen Ukrainer in Deutschland betonten und seine Rolle als Brückenbauer zwischen der Ukraine und Deutschland hervorhoben.

Im akademisch-wissenschaftlichen Teil der Konferenz, die von Prof. Dr. Oleh Turiy (Ukrainische Katholische Universität Lwiw/Ukraine) moderiert wurde, behandelten die Historiker das Leben und Wirken des Seligen Petro Werhun als Apostolischer Visitator im Auftrag von Papst Pius XII. für die ukrainischen Katholiken in Deutschland. Außerdem wurde sein Glaubenszeugnis unter der sowjetischen Gefangenschaft analysiert und dargestellt; ließ sich doch der Apostolische Exarch von den Sowjets in Berlin festnehmen, nachdem er seinen Gläubigen bis zuletzt in Berlin diente. Denn er verließ die Stadt trotz der kommenden Gefahr nicht mit der inneren Überzeugung, die er in die folgenden Worte fasste: „Solange in Berlin nur einer meiner Gläubigen bleibt, bleibe auch ich hier und harre mit ihm aus.“

Vier Referenten sprachen zu folgenden Themen:

  1. Dr. Iryna Banzer (Eichstätt): „Vater Petro Werhun – Apostolischer Visitator im Auftrag von Papst Pius XII.: Anfänge, Herausforderungen und Erfolge der pastoralen Tätigkeit für die Ukrainer in Deutschland“
  2. Christian Weise (Frankfurt am Main): „Deutschsprachigen Werke von Vater Petro Werhun: Themen, Ideen und Akzentsetzungen“
  3. Dr. theol. habil. Andriy Mykhaleiko (Eichstätt): „Die Tätigkeit von Petro Werhun während des Zweiten Weltkrieges“
  4. Prof. Dr. Katrin Boeckh (Regensburg/München): „Kirchenpolitik in der UdSSr“.

Nach einer Diskussionsrunde konnten sich die Teilnehmer über die Inhalte der Tagung bei einem Stehempfang weiter austauschen.

Am darauffolgenden Sonntag feierten die Teilnehmer die Göttliche Liturgie in der Pfarrei Heilige Familie in Berlin zu Ehren des Sel. Petro Werhun, in der Pfarrei und Kirche, in der der Selige seinerzeit residierte und als Seelsorger tätig war.  Der Hauptzelebrant war Bischof Bohdan Dzyurakh. Unter den Konzelebranten war auch Erzpriester Dr. Oleksandr Petrynko,  sowie Roman Horodetskyy als Diakon und Ivan Sliubyk und Hennadii Aronovych als Hypodiakone.

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